Störfall im öffentlichen Raum

Gestern wurde ich in Friedrichshafen Zeuge und Leidtragender einer bedenklichen Entwicklung: Der Privatisierung des öffentlichen Raums zulasten der Kommunikation und Kunst.

Der Vorfall: Obwohl ich mich auf öffentlichem Grund befand, wurde ich von einem Gastronomen bedrängt, weil ich Gegenstände kurzzeitig auf einem ungenutzten Stuhl seiner leeren Terrasse abgelegt hatte. 

Anstatt zu vermitteln, eskalierte die herbeigerufene Polizei die Situation: Ein 24-stündiger Platzverweis wurde ausgesprochen. Mein Vergehen? Ich nutzte meine Meinungs- und Kunstfreiheit.

Die Polizei verfolgte mich zum Bahnhof, während ich auf den Weg die Passanten auf die Zustände anspreche. Sie verbieten jegliches Gespräch, wobei ich immer freundlich bin und niemand belästige. Ab zum Bahnhof, raus aus Friedrichshafen.

Gegen dieses Verhalten habe ich eine Dienstaufsichtsbeschwerde verfasst

Ich will mich nicht der kommerziellen Logik der Städte beugen. Man taxiert mich fälschlich als genehmigungspflichtigen „Unterhalter“, obwohl mein Ziel der zwischenmenschliche Dialog ist. Zu meinen Liedern will ich mich austauschen, ich singe nicht die bekannten Lieder, welche Geld bringen, wenn ich in einen Korb meine Aktionskarten und Autogramme lege, will ich reden. Geld ist mir etwas peinlich. 

Mut zum Weitermachen: Lassen wir uns nicht einschüchtern! Der öffentliche Raum gehört uns allen. Er ist ein Ort der Begegnung und des Dialogs. Warum sollen wir alles den Konsum unterwerfen? Wer mit Menschen spricht und sich nicht vertreiben lässt, verteidigt die Demokratie im Kleinen.

Der Profi-Tipp: Die Mahnwache Wenn das Ordnungsamt mit „Sondernutzung“ argumentiert, nutzt euer Recht auf Versammlungsfreiheit (Art. 8 GG). Eine angemeldete Mahnwache (z.B. zum Thema „Freier Raum für freien Dialog“) ist:

  1. Genehmigungsfrei (nur anzeigepflichtig).
  2. Kostenlos (keine Standgebühren).
  3. Rechtlich geschützt vor willkürlichen Platzverweisen.

Somit herrscht eine gewisse Ordnung. Sondernutzung heisst, gewerbliche Ziele verfolgen. Viele wollen einfach spielen, dass ist auch das Motto von Frei wie der Wind. 


Beitrag veröffentlicht

in

von

Schlagwörter:

Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert