Stephan Zurfluh ist Liedermacher mit über 1000 Liedern, die er aus dem alltäglichen Leben schöpft. Er spielt immer wieder Mal gerne an ruhigen Orten und sucht das Gespräch mit den Menschen, um über Politik zu sprechen. Er ist in Bayern aufgewachsen und singt in Schriftdeutsch.
Er ist viel unterwegs, am liebsten mit dem Zug und liebt vor allem die kleineren Ort. Dank Frei wie der Wind werden spontane Auftritte organisiert. Im Jahr 2024 ist er dank DeutschlandTicket in vielen Stätten aufgetreten.
Wir veröffentlichen hier ein Interview:
Viele Lieder, frei wie der Wind“
Ein Gespräch mit Stephan Zurfluh
FWDW: Stephan, du hast beinahe 1 500 Lieder geschrieben. Wie fing das alles an?
Stephan Zurfluh: Eigentlich ganz bescheiden. Ich wollte zunächst schlicht 100 Lieder schaffen – vielleicht eines pro Tag im Jahr. Aber dann ließ ich es einfach laufen, und die Kreativität trieb mich weiter.
FWDW: Wie bist du zum Liedermachen gekommen?
Stephan Zurfluh: Meine Wurzeln liegen in Selb, Deutschland, wo ich 1962 geboren wurde. In der Realschule entdeckte ich Gitarre im Musikunterricht – dazu kam Lagerfeuerstimmung bei den Pfadfindern, die mich musikalisch prägten. Ich habe immer weniger gespielt, bis ich mit 52 Jahren das Liederschreiben wieder aufgenommen habe.
Songwriting als Alltagsritual
FWDW: Du scheinst jederzeit bereit zu sein, ein Lied zu schreiben.
Stephan Zurfluh: Ja, Ideen kommen mir oft unterwegs, im Zug oder bei Spaziergängen. Ich notiere sie – in meinen Notizen zu offenen Arbeiten. Dann setze mich hin und schreibe Lieder, meistens gleich mehrere, ich bin sehr schnell. Es ist eine Mischung zwischen Routine und Kreativität. Die Neugier treibt mich an – daher der grosse Liederschatz
FWDW: Du erwähnst, du willst Neues ausprobieren.
Stephan Zurfluh: Stimmt. Zum Beispiel „Kriegsschweine“ – düster, heavy, ein Stil-Ausflug à la Black Sabbath. Solche Experimente helfen mir, vielseitig zu bleiben
Die Zahl von 1 500 Liedern – ein Schatz, den niemand allein heben kann
FWDW: Inzwischen sind es fast 1 500 Lieder. Kannst du die alle noch spielen?
Stephan Zurfluh: Gar nicht. Aber darum geht es mir nicht. Ich stelle alle Lieder copyrightfrei ins Netz – jeder darf sie nutzen, herunterladen, weitermachen. Das Format ist frei wie der Wind. Dank der Quantität verfüge ich über eine Substanz, mit schönen Liedern.
Es geht mir um Freiheit. Und ich möchte Menschen motivieren, ihre Musik auszuleben. Bewegung und Lebensfreude.
FWDW: Und wer bist du, wenn du nicht Lieder schreibst?
Stephan Zurfluh: Begeisterter Reisejournalist – immer neugierig und mit vielen weiteren Ideen. Letzte Woche startete ich mit der WordPress Werkstatt. Ich helfe bedingungslos bei Webseiten, meine Webseite gestalte ich selber. Und ich veröffentliche im Internet alle meine Ideen.
FWDW: Wie reagieren Menschen auf deine Musik?
Stephan Zurfluh: Meist berührend, bodenständig. Ich bekomme selbstgemalte Puzzleteile, Karten mit Schmetterlingen, kleine Zeichen der Wertschätzung. Rückmeldungen wie „You made my day!“ oder „Im Zug ist es sonst so langweilig“ – solche Momente sind mein echter Erfolg.
FWDW: Dann liegt dir viel am Dialog?
Stephan Zurfluh: Genau. Kein Star im Rampenlicht, aber präsent – mit vielen Liedern, die zum Nachdenken anregen. Zwischen Poesie, Philosophie und Alltag. Und: immer offen, immer im Dialog


Schreiben Sie einen Kommentar